Nikotin

Nikoton Konsum

„Mehr geniessen. Mehr erleben.” Meine Sorte

„Abenteuer, Freiheit, Pferdestärke und Manneskraft.” Marlboro

„Wer’s probiert – ist fasziniert!”  Milde Arôme

Werbung richtet sich mit ihren Botschaften an bestimmte Ziel- und Altersgruppen. Bei Jugendlichen wird vorrangig die Sehnsucht nach Abenteuern angesprochen.

Die Entscheidung, „Raucher” zu werden, ist mehrheitlich eine „Teenager-Angelegenheit”: Etwa 90 % der RaucherInnen beginnen vor ihrem 19. Lebensjahr zu rauchen, nach dem 25. Lebensjahr hingegen fängt fast niemand mehr an. Während Erwachsene oft aus Gewohnheit rauchen, findet sich eine solche Motivation bei Kindern und Jugendlichen kaum.

WIRKUNG

Nikotin wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem: Schon nach wenigen Sekunden erreicht der Stoff das Gehirn und regt die Produktion von so genannten körpereigenen Glückshormonen – Adrenalin, Dopamin und Betaendorphin – an. Diese Stoffe wirken stimulierend, konzentrationsfördernd oder entspannend.

INHALTSSTOFFE

Nikotin weist eine hohe Suchtpotenz, ähnlich dem Heroin, auf und ist ein nicht zu unterschätzendes Gift: Die Einnahme von nur 50-100 mg kann, je nach körperlicher Konstitution, einen Erwachsenen töten! Eine einzige Zigarette enthält 2-4 mg Nikotin. Der Zigarettenrauch enthält ca. 5’000 gesundheitsschädliche chemische Stoffe, darunter viele Gifte wie zum Beispiel Blausäure oder Benzpyren, ein Krebs erregender Stoff.

RISIKEN
  • Verengung der Blutgefässe und Durchblutungsstörungen
  • Erhöhter Blutdruck: Das Herz muss vermehrt Arbeit leisten und benötigt mehr Sauerstoff. Kohlenmonoxid im Rauch verdrängt jedoch den Sauerstoff und es kommt zu einem Sauerstoffmangel.
  • Kohlenmonoxid ist auch für frühzeitige Verkalkung der Herzgefässe verantwortlich. Die Folge sind Kreislaufstörungen, Schwindel und Herzinfarktrisiko.
  • Teer kann zu Lippen-, Kehlkopf-, Magen-, Nieren- und Lungenkrebs führen. Rauchen ist zu 85-90 % Hauptursache für Lungenkrebs!

Wie wir alle aber immer wieder feststellen, verändert unser Wissen über die Schädlichkeit des Rauchens nicht zwingend unser Verhalten. Die Gefahr der Nikotinsucht wird meist stark unterschätzt (u.a. auch durch die mangelhafte Information der Tabakindustrie), da der unmittelbare vermeintliche Nutzen und nicht die späte- ren, mittelbaren Negativfolgen überwiegen. Vor allem Jugendliche leben im „Hier und Jetzt”: Sie denken nicht an morgen und damit an Spätfolgen!

WARUM BEGINNEN JUGENDLICHE ZU RAUCHEN?

  • aus Neugierde
  • als Mutprobe, „Aufnahmeritual” in der Clique
  • um Verbote und Grenzen zu überschreiten
  • um dabei zu sein, dazu zugehören
  • um „cool” zu sein
  • um nicht „uncool” und somit isoliert zu sein
  • als Imponiergehabe gegenüber dem anderen Geschlecht
  • zur Selbstdarstellung
  • um schlank zu bleiben

WELCHE FUNKTIONEN HAT DAS RAUCHEN?

  • kurzfristige Stressentlastung
  • Linderung psychischer Belastung (Ärger, Trauer, Wut, etc.)
  • Belohnung
  • Pausenfüller
  • Hilfsmittel zur Kontaktaufnahme
  • Kommunikationsmittel
  • Gruppenerlebnis
WIE WIRD IHR KIND ZUM RAUCHER/ ZUR RAUCHERIN?

Raucher/ Raucherin ist man nicht von heute auf morgen, zum Raucher/ zur Raucherin entwickelt man sich. Es lassen sich fünf Phasen unterscheiden:

  • Vorbereitungsphase: In dieser Phase wird die Einstellung und Haltung zum Rauchen ge-prägt. Die wichtigsten Einflussfaktoren sind die Vorbilder (rauchende oder nichtrauchende Eltern), das soziale Umfeld und die Werbung.
  • Probierphase: Die erste Zigarette wird oftmals aus Neugierde geraucht. Gleichaltrige üben in dieser Phase enormen Einfluss aus: Rauchen die Freunde, raucht man meist auch selbst. Die Verfügbarkeit von Zigaretten spielt in dieser Phase zusätzlich eine wesentliche Rolle.
  • Experimentierphase: In dieser Phase rauchen Jugendliche wiederholt, aber unregelmässig. Der Freundeskreis, die Atmosphäre, die Situation und der Ort sind ausschlaggebend für den Konsum.
  • Regelmässiger Konsum: Sind Jugendliche vom vermeintlichen Nutzen des Rauchens (z.B. Stressbewältigung) überzeugt, steigt das Risiko der Regelmässigkeit.
  • Abhängigkeit: Das Bedürfnis nach der Zigarette kommt regelmässig und ist nicht mehr steuerbar. Nikotin erzeugt eine körperliche und psychische Abhängigkeit. Auch Schnupftabak enthält Nikotin und kann zu einer Abhängigkeit führen. Das Ausmass des Nikotinkonsums hat keinen Einfluss auf das Risiko gesundheitlicher Schäden.
DAS KÖNNEN SIE FÜR IHR KIND TUN:

Statistisch gesehen, rauchen Kinder von rauchenden Eltern häufiger.

  • Gehen Sie deshalb achtsam mit dem Konsum von Zigaretten in Gegenwart Ihrer Kinder um. Es geht um die Gesundheit Ihrer Kinder und Ihre Vorbildwirkung.
  • Schaffen Sie rauchfreie Zonen in Ihrem Haushalt.
  • Rauchen Sie nicht im Auto, wenn Ihr Kind mitfährt.
  • Halten Sie sich an das Kinder- und Jugendgesetz. Unter 16 Jahren ist das Rauchen verboten. Ihre Erlaubnis fördert den Konsum Ihres Kindes und ist gesetzeswidrig.

Haben Sie schon einmal versucht, mit dem Rauchen aufzuhören? Wie ist es Ihnen dabei ergangen? Reden Sie mit Ihrem Kind darüber. Wenn Sie nie geraucht haben, was hat Sie davor bewahrt? Was waren bzw. sind Ihre Schutzfaktoren? Geben Sie Ihrem Kind auch die Perspektiven des Nichtrauchens weiter!

Um dem Rauchen ein Ende zu setzen, können Sie verschiedene Möglichkeiten nutzen:

10-Schritte-Programm

  • 1. Schritt: Erkennen Sie sich selbst.
  • 2. Schritt: Fassen Sie einen Entschluss.
  • 3. Schritt: Schaffen Sie sich Ersatz.
  • 4. Schritt: Suchen Sie sich Verbündete.
  • 5. Schritt: Wagen Sie den Absprung.
  • 6. Schritt: Durchbrechen Sie Rituale.
  • 7. Schritt: Bleiben Sie am Ball.
  • 8. Schritt: Akzeptieren Sie Rückfälle.
  • 9. Schritt: Beugen Sie Extrakilos vor.
  • 10. Schritt: Feiern Sie Ihre Leistung.

Besuch von Rauchstoppkursen (Anmeldung beim Amt für Soziale Dienste)