Medikamente

Medikamente

ES LASSEN SICH ZWEI FORMEN VON ABHÄNGIGKEIT UNTERSCHEIDEN:

  • Abhängigkeit von niedrigen Dosen (Gewöhnungseffekte): Wenn jemand ein therapeutisch verordnetes Medikament (z.B. wegen Angst, Schlaflosigkeit, Nervosität, ...) über einen längeren Zeitraum, etwa einige Monate, einnimmt und sich eine körperliche Abhängigkeit einstellt. Betroffene zeigen kein süchtiges Verhalten, bekommen aber Beschwerden beim Absetzen des Medikamentes, was dann zu einer weiteren Einnahme führen kann.
  • Abhängigkeit von hohen Dosen: Die Medikamente werden zumeist nicht wegen aktueller Beschwerden eingenommen, sondern weil ihre Wirkung als euphorisierend erlebt wird. Es entwickelt sich neben der körperlichen auch eine psychische Abhängigkeit. Dieser euphorisierende Effekt tritt üblicherweise bei therapeutischer Anwendung nicht auf und ist nur bei besonders „anfälligen” Menschen zu beobachten. Dazu gehören vor allem Personen, die bereits eine Abhängigkeit von anderen Substanzen aufweisen, wie z.B. Alkoholkranke oder Drogenabhängige.

WIRKUNG

Psychoaktive Arzneimittel haben einen direkten Einfluss auf das Gehirn und können dort u.a. aufputschend, beruhigend oder schmerzlindernd wirken.

RISIKEN

Abgesehen von Suchtrisiken hat die Einnahme von Medikamenten oft eine Vielzahl anderer Nebenwirkungen zur Folge. Diese werden auf den Beipackzetteln näher erläutert.

Nach dem Motto „Medikamente sind ja Heilmittel!” erfolgt der Schritt in die Abhängigkeit oftmals aus Unwissen über die Gefahren. Vor allem bei Kindern sollte daher jede Verabreichung von Medikamenten genauestens hinterfragt werden. Heute werden bereits in der Schule und zunehmend sogar im Kindergarten Medikamente zur Leistungsförderung verwendet: Doch weder erwünschtes Verhalten im Kindergarten noch Lernleistungen in der Schule lassen sich alleine mit Medikamenten „herstellen”!

Kindern, die sich auffällig verhalten (d.h. „zu” lebhaft, „zu” aggressiv, „zu” ängstlich oder „zu” traurig sind), sofort Medikamente zu verabreichen, ist unverantwortlich. Vielmehr sollte mit Experten nach den Ursachen für das auffällige Verhalten geforscht und gemeinsam mit dem Kind an einer Veränderung gearbeitet werden. Erst dann sollten Medikamente (nur nach ärztlicher Verschreibung) unterstützend verabreicht werden.

 ARTEN VON MEDIKAMENTEN

  • Analgetika, Opiate (Schmerzmittel)
  • Hypnotika, Sedativa, Tranquilizer (Schlaf- und Beruhigungsmittel)
  • Neuroleptika, Antipsychotika (Neuroleptika)
  • Antidepressiva (Antidepressiva)
  • Psychotonika (Aufputschmittel, Stimulanzien)