Cannabis

Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Droge.

Cannabis-Konsum

Cannabis ist eine Nutzpflanze, zugleich aber auch ein altbekanntes Rausch- und Heilmittel. Ihr Hauptwirkstoff „THC” verändert die Wahrnehmung. Haschisch, auch Dope oder Shit genannt , wird aus dem Harz der Blütenstände gewonnen, Marihuana, auch Gras oder Ganja genannt, aus den Blättern bzw. Blüten der Hanfpflanze. Beide werden sie in Vermischung mit Tabak als „Joint” geraucht oder als Beigabe zu Speisen gegessen bzw. als Tee getrunken.

Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Die Studie zum Suchtmittelkonsum junger Menschen in Liechtenstein zeigt, dass rund 25% der liechtensteinischen Bevölkerung (im Alter zwischen 12 und 19 jahren) Erfahrungen mit Cannabis haben. In jüngster Zeit erfährt die Hanfpflanze zunehmend industrielle Nutzung (z.B. für Kleidung, Faserproduktion, Baumaterial, Kosmetik und in der Lebensmittelindustrie). Für diese Zwecke werden THC-arme Sorten verwendet. Darüber hinaus wird eine medizinische Verwendung vorsichtig aber stetig diskutiert (z.B. in der Chemotherapie gegen Übelkeit, bei grünem Star, bei spastischen Erkrankungen, bei HIV-Patienten).

RISIKEN

Cannabinoide sind heute 7- bis 18-mal stärker als noch vor einigen Jahren. Der THC-Gehalt (Tetrahydrocannabinol) variiert stark. Zum Teil sind Stoffe auf dem Markt, die einen sehr hohen THC-Gehalt aufweisen. Man weiss noch nicht genau, welche Risiken daraus entstehen.

Auf psychischer Ebene kommt es zu:

  • Heiterkeit, Redseligkeit, Hochstimmung
  • Entspannung, Schläfrigkeit, Zerstreutheit
  • Erhöhter Sensibilität 
  • Appetitanregung
  • Wahrnehmungs- und Zeitstörungen 
  • Grundsätzlich gesteigerter Sinneswahrnehmung, positiv und negativ

Auf körperlicher Ebene kommt es zu:

  • Beschleunigtem Herzschlag
  • Erhöhter Pulsfrequenz
  • Rötung der Augen, vermehrtem Schwitzen
  • Schmerzverminderung
  • Linderung von Brechreiz
  • Verminderung der Reaktionsfähigkeit
  • Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses

RISIKEN

  • psychische Abhängigkeit (Gewöhnung) bei hoch dosiertem und häufigem Konsum
  • Antriebs- und Lustlosigkeit
  • sozialer Rückzug bzw. Gleichgültigkeit
  • Bereitschaft zu psychotischen Reaktionen bei Überdosierung
  • Schädigung von Lunge und Atemwegen wie bei Tabakkonsum

Sonstiges

Der Abbau von Cannabisprodukten im Körper kann aufgrund der Ablagerung im Fettgewebe bis zu 30 Tage und länger dauern.

Seit ca. zwei Jahren verkaufen Geschäfte und Internetanbieter Kräutermischungen mit dem Namen „Spice“. Die Produkte werden vordergründig als Räuchermischungen zur Aromatisierung von Räumen angeboten, werden jedoch aufgrund ihrer cannabinoid-ähnlichen Wirkung missbräuchlich geraucht. Laboruntersuchungen haben bei einigen dieser Produkte den Nachweis auf Zusatz von synthetischen Wirkstoffen ergeben, die eine ähnliche Wirkung wie Cannabinoide aufweisen. Der Konsum von Spice wird mit einem Gesundheitsrisiko in Zusammenhang gebracht. In Liechtenstein ist die Einfuhr von Spice seit 1. Juni 2009 verboten.

DAS KÖNNEN SIE FÜR IHR KIND TUN:

  • Verteufeln Sie Cannabis nicht, verharmlosen Sie aber auch nicht die Risiken! 
  • Informieren Sie sich. Wissen baut Ängste ab! 
  • Bemühen Sie sich um eine faire Auseinandersetzung über die Gründe des Konsums.
  • Haben Sie stets ein „offenes Ohr” für die Probleme Ihres Kindes und geben Sie diesen angemessene Bedeutung.
  • Informieren Sie sich über die rechtlichen Folgewirkungen des Konsums legaler / illegaler Drogen (Kinder- und Jugendgesetz, Betäubungsmittelgesetz etc.). 
  • Geben Sie Ihrem Kind bei einem klärenden Gespräch unbedingt das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen