Alkohol

Alkohol Konsum

Alkohol ist ein Genussmittel, aber auch ein Zellgift. Jede Berauschung kann daher als Vergif- tung bezeichnet werden. Neben Nikotin führt Alkohol zu den grossen gesundheitlichen und sozialen Problemen in unserer Bevölkerung.

WIRKUNG

  • Vorübergehender Abbau von Ängsten und Hemmungen
  • Verminderung der kritischen Selbsteinschätzung, der Kritik- und Urteilsfähigkeit
  • Hochstimmung
  • Ermüdungserscheinungen
  • Depressive Stimmung
  • Aggression
Risiken

Bei längerem und häufigem Konsum von Alkohol können folgende Schäden auftreten:

  • körperlich:
    Herz- und Kreislaufstörungen, Schädigung der Gehirnfunktionen und des Nervensystems, erhöhtes Krebsrisiko des gesamten Verdauungstraktes, Lebererkrankungen;
  • psychisch-geistig:
    Nachlassen der Konzentrations- und Gedächtnisleistung, Absinken der Eigenaktivität, Interesselosigkeit, Stimmungsschwankungen bis hin zu Wahnvorstellungen;
  • sozial:
    wachsende Spannungen in Beziehungen, Nichtbeachtung von Grenzen und Regeln, materieller Verfall, Jobverlust;

Die „gesundheitsgefährdende Grenze” liegt bei erwachsenen Männern bei einem Liter Bier täglich, bei Frauen bei einem halben Liter Bier täglich. Weitgehend unbedenklich hingegen sind bei Männern 0.5 Liter Bier (oder 1/4 Liter Wein), bei Frauen 0.3 Liter Bier (ca. 1/8 Liter Wein), wobei an zwei Tagen der Woche kein Alkohol getrunken werden soll.

Übermässiger oder unkontrollierter Alkoholkonsum betrifft oftmals nicht nur den Konsumenten selbst, sondern dessen gesamte Familie. Vor allem Kinder leiden stark unter dem Alkoholkonsum ihrer Eltern. Kinder von Alkoholabhängigen bzw. -missbrauchern greifen deutlich häufiger regelmässig zu Alkohol, Nikotin und illegalen Drogen.

Mit frühem Alkoholkonsum geht oft eine Fülle anderer Problemverhaltensweisen (Aggressivität, Kriminalität) einher. In Liechtenstein gaben rund 8% der männlichen 12- bis 19-Jährigen an, bereits stark alkoholisiert in einen Streit oder eine Schlägerei verwickel gewesen zu sein; 5% berichteten von Delikten wie z.B. Sachbeschädigung oder körperlicher Verletzung unter Alkoholeinfluss.

WARUM TRINKEN KINDER UND JUGENDLICHE ALKOHOL?
  • Sie wollen erwachsen wirken.
  • Sie wollen mit Gleichaltrigen mithalten (Gruppendruck).
  • Sie fühlen sich angeregt und entspannt.
  • Das Gefühl der Unsicherheit wird geringer.
  • Sie haben Sorgen und Kummer.
  • Sie wollen gegen Verbote verstossen.
  • Sie möchten lustiger, gelöster und lockerer im Umgang mit anderen sein.

DAS KÖNNEN SIE FÜR IHR KIND TUN:

  • Trinken Sie keine „Freundschaftsbiere” mit Ihrem jugendlichen Kind.
  • Wenn Ihr Kind zu früh bzw. übermässig Alkohol trinkt, versuchen Sie die Ursachen für den Konsum zu finden. Arbeiten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind an der Veränderung dieser Ursachen.
  • Hinterfragen Sie Ihren eigenen Alkoholgebrauch.
  • Legen Sie jede Woche mindestens zwei alkoholfreie Tage ein, am besten an zwei aufeinander folgenden Tagen.
  • Trinken Sie nur, wenn es Ihnen gut geht.
  • Konsumieren Sie Alkohol nicht als Problemlöser, aus Langeweile oder Gewohnheit.
  • Es gibt geeignetere Durstlöscher als Alkohol (z.B. Jugenddrink „KENNiDI”).
  • Lassen Sie sich nicht zum Trinken überreden.
EIN KLEINER SELBSTTEST:

Beantworten Sie für sich folgende Fragen:

  • Hatten Sie jemals das Gefühl, dass Sie Ihren Alkohol-Konsum reduzieren sollten?
  • Hat es Sie schon aufgeregt, wenn andere Leute Ihr Trinkverhalten kritisieren?
  • Hatten Sie wegen Ihres Alkoholkonsums auch schon Gewissensbisse?
  • Haben Sie morgens beim Erwachen auch schon als erstes Alkohol getrunken, um Ihre Nerven zu beruhigen oder den Kater loszuwerden?

Wenn Sie eine oder mehrere Fragen mit Ja beantworten können, sollten Sie Ihren Alkoholkonsum überdenken!


„ES RAUSCHT DER RAUSCH...”

22% der 16-jährigen Jungen und 11% der gleichaltrigen Mädchen in Liechtenstein trinken im Monat mind. dreimal bis zum Rausch. Erinnern Sie sich doch einmal an Ihre eigenen Erfahrungen!

Was ist eigentlich das Besondere bzw. Verlockende am Rausch?

  • Berauschung wirkt entspannend.
  • Berauschung kann enthemmen: Es fällt leichter, mit anderen Kontakt aufzunehmen.
  • Der Rauschzustand kann ein Ventil für aufgestaute Gefühle wie Wut, aber auch Freude sein.
  • Der Rauschzustand ermöglicht einen Ausstieg aus dem Alltag: Verpflichtungen, Verantwortungen, Probleme, Sorgen und Ängste können vergessen werden, aber auch andere, zusätzliche Sichtweisen entstehen, die uns bei der Lösung von Problemen helfen.

Berauschung ist nur eine von vielen Möglichkeiten, vom Alltag Abstand zu nehmen. Auch ohne die Droge Alkohol kann aus dem Alltag in einem positiven und gesunden Sinn „ausgestiegen” werden – beispielsweise mit sportlichen, entspannenden und genussvollen Aktivitäten. Um Berauschungen bei Kindern und Jugendlichen entgegen zu wirken, werden in Liechtenstein verschiedene Projekte umgesetzt und Massnahmen getroffen (Veranstaltungskodex, Smart- connection, Jugenddrink „KENNiDI”).

Bieten Sie Ihrem Kind von Beginn an Möglichkeiten, auf gesunde Weise aus belastenden Alltagssituationen und Stress „auszusteigen”. Leben Sie diese Ihrem Kind auch vor!

Quellen:
Studie zum Suchtmittelkonsum junger Menschen in Liechtenstein (2008)
Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA)
Studie zum Suchtmittelkonsum junger Menschen in Liechtenstein (2008)